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Kunst als Kulturtransfer seit der Renaissance
Seit der Frühen Neuzeit ist die Kunst ein bevorzugtes Mittel zu politischer, gesellschaftlicher und kultureller Verständigung. Daher gilt es, ihre universale Kommunikationsfähigkeit als konstituierendes Element eines europäischen Selbstverständnisses zu erforschen. Zu den Strukturbedingungen der Renaissancekultur gehört, dass sie einerseits auf den Bezugsrahmen der Antike angewiesen ist und sich selbst damit bereits als eine transformierte Kultur begreift. Zugleich entfaltet sie einen programmatischen Erneuerungs- und Wirkungsanspruch, wie ihn frühere Epochen nicht gekannt haben. Über die Formprägungen und Inhalte der Kunst, über den europäischen Humanismus, über Buchdruck und Bibliotheken, später auch über die Akademien findet dieser Impuls Wege nach aussen. Er stösst Prozesse von Export und Import, Kommunikation und Verständigung an, in denen ein wesentlicher Aspekt der Genese von moderner Kultur greifbar wird.
Diese Prozesse des Kulturtransfers im Zeichen der Kunst zu rekonstruieren, ist Ziel unseres Pro*Doc-Programms. Die Projekte des Graduiertenkollegs spiegeln die Vielfalt der Phänomene wider: von der Künstlerreise über den Handel bis hin zum Konzil als Anlässen des Transfers von Kunst; vom Städtebild bis zum Reproduktionsstich als charakteristischen Transfermedien; vom Porträt bis zur städtischen Architektur als Gattungen, in denen der Tausch von Ideen und Formen fassbar wird. Kunst und Architektur werden in all diesen Einzelprojekten als Möglichkeiten der Kommunikation begriffen, mit deren Hilfe das politische, das geistige und das merkantile Europa sich zu einer Kultur zusammenschloss.


 
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