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Doktorierende im Modul A
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Das multiplizierte Bild. Druckgraphik und Kleinplastik 1400-1600
Im Zentrum des Forschungsmoduls steht die Geschichte des multiplizierten Bildes. In der Zeit von 1400 bis 1600 trug es an der Konstituierung der Renaissancekultur in Europa entscheidenden Anteil. Diese Entwicklung erfolgte auf drei Stufen: Erstens in topographischer Hinsicht durch Wechselbeziehungen zwischen Nord und Süd, Ost und West. Im Mittelpunkt stehen die Künstler und ihre Erfindungen: Buchdruck, Graphik, Bronzeguss, Prägungen aller Art, Textildruck. Zweitens in Zusammenhang der neuen Themen und Inhalte, die eine simultane und nahezu interaktionsfreie Parallelverbreitung des Wissens in ganz Europa ermöglichten. Sie ersetzten zum Teil die vorherrschenden textuellen und sprachlichen Kommunikationsmittel. Dadurch wurde der Transfer nicht nur beschleunigt, sondern auch quantitativ und qualitativ verbessert. Gefördert vom Publikum und unterstützt durch ein immer professioneller werdendes Verlagswesen, gewannen die reproduzierenden Medien im Verlauf des 16. Jahrhunderts immer mehr an Einfluss. Dadurch kam es drittens dazu, dass sie sich von blossen Transferdiensten befreiten und eigene Systeme kultureller Referentialität ausbildeten. Innerhalb der konkurrierenden Ideologien der Republiken, Höfe und der Kirche wurden ihnen neue Aufgaben zugewiesen. Der internationale Absatz steigerte nicht nur den Verdienst, sondern wirkte sich auch auf eine wachsende soziale Anerkennung der ehedem diskreditierten Kunstgattung im Rahmen von Sammlungswesen und Akademiebildung aus. Die Grundlagen heutiger Medienrelevanz wurden damals gelegt. Es geht in drei Forschungsfeldern vor allem darum: 1. Die realen Verknüpfungen im Medientransfer aufzuzeigen, das heisst die Agenten und die Orte des Transfers in der historischen Entwicklung zu beschreiben. 2. Die theoretischen Grundlagen einer damaligen Medientheorie zu rekonstruieren. 3. Die Bedeutung der einzelnen Bildmedien im Prozess der damaligen Medienrevolution zu situieren und die Grenzen zu einem aussereuropäischen Medienverständnis einerseits wie Medienprozessen der Gegenwart andererseits aufzuzeigen.
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